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Nachlese Dreikönigskonzert 2018

geschrieben von Gerold Strauss

Die Eigendynamik eines Konzertes oder: wenn der Dirigent am Ende strahlt war’s gut!

Bei der Trachtenkapelle Hartheim beginnt das Jahr immer mit DEM Highlight: unserem Dreikönigskonzert! Und wer schon mal an so einem Jahreskonzert mitgewirkt hat, der weiß, dass sich vor dem Konzert eine ganz besondere Spannung aufbaut. Eine Mischung aus Freude darüber, dass es endlich so weit ist, und der Ungewissheit, ob alles klappen wird. Nach vier Monaten Probezeit kennen wir Musiker genau die Stellen, an denen man trotz intensiven Probens stolpern könnte, und freuen uns auf die Passagen, bei denen uns die Musik förmlich mitnimmt.

Eröffnet wurde das Konzert von der Jugendkapelle Hartheim-Feldkirch. Mit bekannten Melodien aus „Jurassic Park“, „Harry Potter“ und „Mamma Mia“ stellten die jungen Musikerinnen und Musiker ihr ganzes Können unter Beweis und zeigten dem Publikum in der bis auf den letzten Platz besetzten Rheinhalle, dass auch in den kommenden Jahren viele talentierte Musiker in das große Orchester wechseln werden. Im Anschluss wurden elf Jungmusiker für das Bestehen des Juniorabzeichens geehrt. Von der Bühne entlassen wurde die Jugendkapelle natürlich erst nach einer Zugabe.

Das Konzert des Hauptorchesters stand dieses Jahr unter dem Motto „Solo-Variationen & Tirol Impressionen“. Im ersten Teil durften einzelne Musiker oder ganze Register ihre Fähigkeiten und die Klangbreiten ihrer Instrumente zu Gehör zu bringen. Im zweiten Teil wurde unser Ausflug nach Tirol im Juli 2017 aufgegriffen.

Wir eröffneten unser Konzert mit „Latin Gold“, einem Medley bekannter lateinamerikanischer Hits wie „La Bamba“, „Tequila“, oder „Oye como va“. In einer Probe erklärte uns unser Dirigent Markus Frieß einmal, dass das Aufführen eines Musikstückes mit einer Ansammlung vieler leckerer Erdbeeren vergleichbar sei. Die einzelnen Melodien, Themen und Rhythmen sind einzelne Erdbeeren, mit denen wir das Publikum verwöhnen. Leider kann bei so vielen Früchten auch mal eine saure dabei sein. Das Gute an lateinamerikanischer Musik ist, dass sie meist ebenso frei und losgelöst ist wie die Menschen, die dort leben. Und in solcher Musik hört man nicht immer, ob dass gerade eine kleine Unsicherheit oder Absicht war. Lediglich der Dirigent musste seinem Gesicht zufolge wohl in eine saure Erdbeere gebissen haben.

Es folgte der erste Höhepunkt, das „Concertino op.26“, komponiert von Carl Maria von Weber. Unsere Solistin Annemarie Deiß, die sich auf das Leistungsabzeichen in Gold vorbereitet, verzückte das Publikum und uns Musiker mit ihrem Klarinettenspiel. Scheinbar völlig relaxed spielte sie die einzelnen Passagen, ob schnell, langsam, hoch oder tief, und zeigte so ihr ganzes Können. Der frenetische Applaus am Ende war die würdige Anerkennung einer grandiosen Leistung.

Im „Benedictus“ aus der Friedensmesse „The Armed Man“ von Karl Jenkins symbolisierte Martin Schöpflin mit seinem Euphonium den Frieden, der dem Schrecken des Krieges mit einer hoffnungsvollen Melodie entgegentritt. Der Solist nahm das Publikum mit dem warmen, weichen Klang seines Instrumentes gefangen, und ließ keinen Zweifel daran, wer im Streit von Krieg und Frieden am Ende das gütige letzte Wort haben würde. Auch diese außergewöhnliche Leistung belohnte das sehr aufmerksame Publikum mit einem großen Applaus.

Wenn ein junger Musiker ein Solostück spielen soll mit Melodien, die ein Mann auf seiner Gitarre zelebriert, der getrost sein Großvater sein könnte, dann ist das eine große Herausforderung. In „Santana“ stellte sich Alexander Windt am Es-Altsaxophon dieser Aufgabe in seiner gewohnt ruhigen Art. Er verstand es hervorragend, den bekannten Melodien Ausdruck zu verleihen. Völlig verdient erhielt auch diese Leistung einen langanhaltenden Applaus.

Den zweiten Teil des Konzertes eröffneten wir mit dem Konzertmarsch „Die Sonne geht auf“. Ein schöner Marsch, der jedoch alle Register fordert. Ob Trompeten mit dem fanfarenhaften Beginn, Holzbläser mit ihren Läufen im Mittelteil, den tiefen Registern mit der wunderschönen Melodie im Trio oder Schlagzeug, Flügelhorn und Piccolo mit ihren Soli, alle hatten durch den bisherigen Verlauf des Konzertes genug Selbstbewusstsein getankt, um den Marsch zur Freude des Publikums erklingen zu lassen.

In jedem Konzert gibt es ein Hauptwerk, das durch seine Schwierigkeit den Musikerinnen und Musikern am meisten abverlangt. Es ist zugleich das Stück, das am häufigsten und intensivsten geprobt wird. Aber auch das Stück, in das der Dirigent die größten Erwartungen und Forderungen an uns Aktive stellt. „Tirol 1809“ fängt den Aufstand der Tiroler in vielen verschiedenen Facetten ein. Mal erklingt selbstbewusst die Parole „Tiroler, lasst uns streiten“, mal ehrfürchtig religiöse Melodien im Vertrauen auf den Allmächtigen. Unser Dirigent Markus Frieß führte uns sicher durch die Wirren von Aufstand und Kampf am Berg Isel zum grandiosen Sieg. Und am Ende des Hauptwerkes war neben dem großen Applaus des Publikums das Strahlen unseres Dirigenten eine verdiente Anerkennung.

Für langjährige aktive Mitgliedschaft konnten in diesem Jahr eine Musikerin und zwei Musiker geehrt werden. Iris Ade wirkte viele Jahre in der Batzenberger Winzerkapelle Pfaffenweiler mit, bevor sie die Liebe nach Hartheim brachte und sie ihre 25 Jahre aktives Musizieren bei uns erreichte. Mit Michael Sbrissa und Peter Steiniger wurden zwei Urgesteine der Trachtenkapelle Hartheim für 40 bzw. 50 Jahre aktive Mitgliedschaft geehrt. Beide können auf viele Erlebnisse mit dem Verein zurückblicken. Im Rahmen der Ehrungen nannte Rainer Gehri, Präsident des Blasmusikverbandes Kaiserstuhl-Tuniberg, als einen Grund für so lange aktive Mitgliedschaften die familiären Verhältnisse an. Alle drei Jubilaren stammen aus Musikerfamilien. Eine weitere Begründung zitierte er aus dem Programm eines anderen Konzertes, das er besucht hatte: „Wir spielen mit Freude, mit Freunden und für Freunde“.

Michael Sbrissa konnte bei dem anschließenden Stück „Weinende Trompete“ unter Beweis stellen, was 40 Jahre aktives Musizieren hervorbringen. Mit seinem brillanten Ton und seiner Tonhöhe verzauberte er das Publikum. Das Stück hatte den Musikern beim Ausflug nach Tirol am besten gefallen.

Bei der heimlichen Hymne von Tirol „Dem Land Tirol die Treue“ brachten wir zum Abschluss des Konzertes noch unsere Gesangskünste dar. Es war das letzte Stück eines Konzertes, dass eine Eigendynamik entwickelte, wie es nicht häufig passiert. An so einem Abend klappt fast alles, die Musiker werden von Stück zu Stück besser und übertreffen sich an manchen Stellen mit Leistungen, die in keiner Probe zu hören waren.

Den Wunsch des Publikums nach zwei Zugaben erfüllten wir natürlich gerne.

Wir Musiker danken unserem Maestro Markus Frieß für seinen unermüdlichen Einsatz. Er führt uns immer wieder behutsam an unseren Grenzen und darüber hinaus, und ermöglicht uns auf diesem Wege solche Konzertabende wie dieses grandiose Dreikönigskonzert!

Wir danken außerdem dem sehr aufmerksamen Publikum für's Kommen und all den Spendern, die durch Sach- oder Geldspenden auch in diesem Jahr wieder unsere tolle Tombola ermöglicht haben.

Wenn auch Sie Lust haben bei uns mitzuspielen, dann schauen Sie donnerstags um 20 Uhr im Musiksaal der Alemannenschule Hartheim vorbei. Wir freuen uns auf Sie!

 

Herzlich Willkommen

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Ihre Trachtenkapelle Hartheim e.V.